FAQ

FAQ2020-10-10T21:34:12+00:00
Warum soll die Schweiz oder Schwyz etwas machen, das hat doch praktisch gar keinen Einfluss auf den Weltverbrauch?2020-10-26T07:46:15+00:00

Die Schweiz hat sich im Rahmen des Pariser Klimaübereinkommens verpflichtet, bis 2030 ihren Treibhausgasausstoss gegenüber dem Stand von 1990 zu halbieren. Das Klimaübereinkommen von Paris wurde von der Bundesversammlung am 16. Juni 2017 genehmigt. Dieser Verpflichtung müssen wir nachkommen.

Aufgrund der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse des Weltklimarates hat der Bundesrat im August 2019 entschieden, dieses Ziel zu verschärfen: Ab dem Jahr 2050 soll die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. Damit entspricht die Schweiz dem international vereinbarten Ziel, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5°C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Der Anteil der Schweiz am weltweiten CO2-Ausstosses liegt im Bereich von 1 Promille. Daraus folgt tatsächlich, dass die Schweiz alleine nur einen sehr kleinen Beitrag an die Verlangsamung des Klimawandels beitragen kann. Allerdings entspricht auch die Schweizer Bevölkerung gerade etwa einem Promille der Weltbevölkerung. Wir sind also nicht besser als der Durchschnitt. Wie aber sollen die übrigen Staaten davon überzeugt werden ihren Beitrag zur Eingrenzung des weltweiten Temperaturanstiegs zu leisten, wenn eines der reichsten Länder der Welt, wie die Schweiz es ist, nicht mit gutem Vorbild vorangeht?

Im Übrigen ist anzumerken, dass der Grossteil der von der Schweiz verursachten CO2-Emsission im Ausland anfallen. Unser Treibhausgas-Fussabdruck liegt insgesamt deutlich über dem weltweiten Durchschnitt und ist damit wesentlich grösser als die 1 Promille vermuten lassen.

Wie hoch sind die administrativen Kosten eines Energieförderprogramms? Kostest das den Kanton nicht noch einmal zusätzlich einen Haufen Geld?2020-10-26T07:45:33+00:00

Der Kanton wird für den Vollzug pauschal entschädigt. Die Pauschale beträgt 5 Prozent der von ihm gesprochenen und als Bundesanteil anrechenbaren Förderbeiträge [6]. Es fallen für den Kanton somit keine zusätzliche Verwaltungskosten an.

[6] Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen, Bericht des Bundesrates, 28. September 2018

Gibt es genug ausführungsreifte Projekte, so dass die Mittel überhaupt sinnvoll eingesetzt werden können?2020-10-26T07:36:25+00:00

Der Kanton Schwyz hat auf Grund der bisher nur minimalen Förderung bei den Gebäudesanierungen und beim Ersatz von Öl- und Gasheizungen einen erheblichen Nachholbedarf. Bisher wurden, wenn überhaupt, nur minimale Beiträge ausbezahlt. Durch die Erhöhung der Fördermittel kann die Wirkung der Förderung bei gleichbleibendem administrativem Aufwand deutlich verbessert werden.

Neben der Erhöhung der Beiträge an Einzelmassnahme wie der besseren Dämmung der Gebäudehülle oder dem Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch erneuerbare Energien braucht es dringend mehr Anreize für umfassende Sanierungen von Gebäuden auch wenn diese Sanierungen in verschiedenen, Etappen durchgeführt werden.

Es braucht nun in den nächsten 4 Jahren verstärkte Anstrengungen, um den Rückstand aufzuholen. Dafür müssen ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden. Falls sich entgegen den Erwartungen zeigen sollte, dass nicht alle Fördergelder durch sinnvolle Projekte beansprucht werden, kann das Programm nach vier Jahren reduziert oder ganz eingestellt werden.

Wer profitiert von den Fördergeldern?2020-10-10T21:30:43+00:00

Von den Fördergeldern und den dadurch ausgelösten Investitionen, profitieren breite Kreise der Schwyzer Bevölkerung.

  • Hausbesitzer, die sich entscheiden in die energetische Sanierung ihres Eigenheims zu investieren oder die eine neue CO2-freie Heizung investieren. Sie werden damit dafür belohnt, dass sie einen Beitrag an die Energiewende leisten.
  • Das Baugewerbe und die Planer, die von zusätzlichen Aufträgen profitieren können.
  • Die Schwyzer Volkswirtschaft als Ganzes weil zusätzliche Mittel in den Kanton fliessen und unsere Abhängigkeit von Energieimporten abnimmt.

Von den Fördergeldern profitieren damit letztlich alle Einwohner und Einwohnerinnen des Kantons Schwyz. Und natürlich auch die Umwelt.

Welche Investitionen löst ein Förderfranken aus? Können zusätzliche Mehrinvestitionen erwartet werden?2020-10-15T19:36:00+00:00

Für jeden Förderfranken gibt es vom Bund zwei zusätzliche Franken dazu. Damit wird ein Teil des Geldes, das über die CO2-Abgabe eingenommen wird, wieder an die Bevölkerung zurückverteilt.

Wenn Fördergelder gesprochen werden, löst das erhebliche Zusatzinvestitionen aus. Je nach Förderprogramm und Förderbereich löst ein Förderbeitrag Investitionen zwischen einem Faktor vier bis zehn aus [4]. Jeder Franken, den der Kanton in die Hand nimmt, führt also zu Investitionen von 12 bis 30 Franken.

Auf Grund der beschriebenen Hebelwirkung kann schon mit relativ bescheidenen Mitteln grosse Investitionen in unsere Infrastruktur angeschoben werden. Das ist reiner Sauerstoff für die Schwyzer Energie- und Baubranche.

Quellen:
[4] 119/2017, Beantwortung Interpellation I 10/16

Lohnen sich energetische Investitionen in den Gebäudepark?2020-10-10T21:28:25+00:00

Gebäude sind für ca. 1/4 der Treibhausgasemissionen sowie 40 Prozent des Energieverbrauchs der Schweiz verantwortlich. Wer seine Liegenschaft effizient saniert, kann den Wärmebedarf und den damit verbundenen CO2-Ausstoss um mehr als die Hälfte reduzieren.

Hausbesitzerinnen, Hausbesitzer und Mieterinnen und profitieren bei einer Sanierung von deutlich tieferen Heizkosten.

Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer erhöhen den Marktwert ihrer Liegenschaft – und betreiben darüber hinaus aktiven Klimaschutz.

Warum ist das Förderprogramm auf 4 Jahre befristet?2020-10-15T19:32:30+00:00

Das Umfeld im Energiebereich ändert sich schnell. Es ist heute schwer absehbar mit welchen Massnahmen die Ziele der Energiestrategie in Zukunft am besten erreicht werden. Der Kantonsrat soll deshalb die Wirkung des Förderprogramms und den Umfang der Fördermittel nach 4 Jahren überprüfen. Falls sich dann zeigen, dass weiterhin Bedarf für eine Förderung im Energiebereich besteht, kann der Kantonsrat ohne erneute Gesetzesanpassung eine Verlängerung für 4 weitere Jahre beschliessen.

Unter der Voraussetzung, dass auch der Kanton Schwyz die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich konsequent umsetzt und bei Bedarf weiter verschärft, wird eine Förderung mit der Zeit hinfällig. Grundsätzlich soll die Förderung beschränkt und durch geeignete Lenkungsabgaben ersetzt werden.

Falls sich also nach 4 Jahren zeigen sollte, dass die Förderung nicht mehr notwendig ist oder die verfügbaren Mittel nicht in vollem Umfang sinnvoll eingesetzt werden können, kann die Förderung auf einem tieferen Niveau weitergeführt oder auch ganz gestoppt werden.

Braucht es 2,5 Mio. Franken Fördergelder? Würde eine Million, wie das der Regierungsrat vorgeschlagen hat, nicht auch ausreichen?2020-10-15T19:34:14+00:00

Ein Förderbetrag von 1,0 Mio. Franken entspricht bei einer Bevölkerung von 160.000 Einwohnern im Kanton Schwyz einem Betrag von rund sechs Franken pro Person und Jahr. Damit würde der Kanton Schwyz im interkantonalen Vergleich (Durchschnitt 10 Franken pro Person und Jahr ) weiterhin im hintersten Teil der Rangliste verbleiben.

Über die nächsten 4 Jahre würden damit lediglich 4,0 Mio. Franken zur Verfügung stehen. Das wäre weniger als bereits 2009 bei der Einführung des Energiegesetzes bereitgestellt wurde. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der damals eingeräumte Verpflichtungskredit von 5,0 Mio. Franken schnell aufgebraucht war und die Förderung damit zum Erliegen gekommen ist. Wir sollten denselben Fehler nicht wiederholen.

Nachdem nun jahrelang nur die minimalen Fördergelder ausbezahlt wurden, besteht im Kanton Schwyz ein erheblicher Nachholbedarf. Das zeigt sich deutlich an der Anzahl der eingereichten Gesuche. Reichten die verfügbaren Mittel (aus dem Sockelbeitrag) 2019 noch bis November [1], waren die Mittel im Jahr 2020 bereits im Juli ausgeschöpft [2]. Auch der Regierungsrat [2] ist der Ansicht, dass solche Unterbrüche Gesuchstellende und Investoren verunsichern, beim Gewerbe zu Planungsunsicherheit führen und einen erhöhten Verwaltungsaufwand verursachen. Dies ist in Zukunft zu vermeiden. Warteliste sind ein schlechtes Signal für die Hausbesitzer und Investoren.

Nach 4 Jahren läuft die Förderung automatisch aus. Wenn dann konkrete Erfahrungen vorliegen, kann der Kantonsrat entscheiden, ob die Förderung in dieser Höhe weitergeführt werden soll oder nicht.

Die 2,5 Mio. Franken stellen eine Obergrenze dar. Die nicht beanspruchten Gelder fliessen zurück in die Staatskasse. Umgekehrt könnte aber nicht einfach der Kreditrahmen erhöht werden, falls die Gelder nicht ausreichen. Im Fall, dass nur 1 Mio. Franken zur Verfügung gestellt würde, würde man deshalb das Risiko eingehen, dass die Fördergelder erneut nicht ausreichen und wieder Wartelisten geführt werden müssten.

 

Quellen:
[1] Förderprogramm 2019 zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich ausgeschöpft, Medienmitteilung Baudepartement Kanton Schwyz, 29. November 2019
[2] Förderprogramm 2020 zur Steigerung der Energieeffizienz im Gebäudebereich ausgeschöpft, Medienmitteilung Umweltdepartement Kanton Schwyz, 16. Juli 2020

Warum braucht es ein Förderprogramm?2020-10-10T21:23:24+00:00

Jeder Technologiewechsel ist Teuer und Zeitintensiv. Doch wenn wir dem menschengemachten Klimawandel entgegen wirken und unseren Verfplichtungen am  Pariser Klimaabkommen wahrnehmen wollen, ist dies der richtige Schritt.

Wozu dient das Förderprogramm eigentlich? Was wird alles gefördert?2020-10-26T07:47:43+00:00

In § 14 Absatz 1 des kantonalen Energiegesetzes vom 11. November 2009 ist unter dem Titel «Förderprogramm» festgehalten, dass der Kanton Massnahmen zur «sparsamen und rationellen Energienutzung sowie zur Nutzung von erneuerbaren Energien und Abwärme» fördert, sofern der Bund diese mit Globalbeiträgen unterstützt.

Der Bund hat in Zusammenarbeit mit den Kantonen das sogenannte «Harmonisierte Fördermodell» (HFM) entwickelt, das die zentrale Grundlage für die finanzielle Förderung von Bund und Kantonen im Gebäudebereich bildet. Das HFM definiert eine Liste von Massnahmen im Gebäudebereich, für die finanzielle Mittel aus der CO2‐Abgabe zur Verfügung gestellt werden können.

Im HFM sind 18 Massnahmen in verschiedensten Bereichen aufgelistet [1]. Durch den Einsatz dieser Massnahmen soll der Energieverbrauch im Schweizer Gebäudepark erheblich reduziert und der CO2-Ausstoss gesenkt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

[1] Harmonisiertes Fördermodell der Kantone (HFM 2015), BFE, September 2016

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